Montag, 27. August 2012

Hallo liebe Leute,

auch ich melde mich mal wieder aus dem schönen Kalifornien. Es ist einiges passiert seit meinem letzten Blog-Eintrag.

Die letzte Woche war komplett der "orientation" und dem damit verbundenen Kennenlernen von vielen netten Austauschstudenten verschrieben. Die Amis lerne ich dann ab Dienstag kennen, wenn die Uni offiziell beginnt.

Die "orientation" selbst war eher dürftig und mehr ein Zeitvertreib als hilfreich...die glauben hier wohl Austauschstudenten lebten hinter dem Mond bevor sie in das gelobte Land kommen um die gute amerikanische Bildung zu genießen (erkennt ihr den Sarkasmus?!). Naja, es war trotzdem oder gerade deshalb eine super Zeit, weil so mehr Möglichkeiten blieben sich mit den anderen Austauschstudenten zu unterhalten und gemeinsam Sachen zu unternehmen.

Vor allem IEEC (international exchange education council) machte die Woche unvergesslich. Das ist einfach die beste studentische Organisation der Welt :)
Sie haben nicht nur die nächtlichen Events organisiert, sondern auch Ausflüge zu verschiedenen Orten in der Stadt, Picknicks und auch einen Golden Gate Bridge Walk.
Darüber hinaus bieten sie noch viele weitere Events über das ganze Semester verteilt an (z.B. unter anderem auch einen Ski-Trip zum Lake Tahoe).
In dieser Organisation werde ich mich auf jeden Fall während meiner Zeit hier als "officer" engagieren, es ist nämlich glaube ich auch eine gute Möglichkeit nicht nur amerikanische Studenten, sondern vor allem auch internationale Studenten verschiedenster Studiengänge kennen zu lernen und Freundschaften mit Ihnen zu schließen.

Nun möchte ich euch einige meiner Impressionen der letzten Woche nicht vorenthalten:

Go gators! Das Collegemaskottchen :)

Während des Bridge Walks

Man beachte die Weisheit des Tages, die spinnen die Amis :)

Blick von der Brücke auf Sausalito 

Impressionen vom America's Cup











Und nun doch noch ein Highlight. Am Freitag hatten wir hier so eine Art San Francisco's got talent zum Abschluss der orientation week an der Uni und hierbei wurde das Publikum miteinbezogen, aber seht selbst: 




Und nachdem ich gerade beinahe einen Herzinfarkt bekommen habe, als hier bei mir in der Nähe der Bombenalarm losging (keine Angst, es war nur eine Übung) warte ich nun auf meine fünf weiblichen Gäste, die ich heute Abend zum Kochen bei mir eingeladen habe :)

Bis bald dann und ich freue mich immer etwas von euch zu hören

Euer Daniel

Sonntag, 26. August 2012

Tucson III

Heyho ihr Lieben,

es gibt mal wieder etwas zu berichten aus der Arizona-Sauna. Da es diese Woche ja so viel geregnet hat, wollte ich euch dieses Foto nicht vorenthalten ;)

Ansonsten ist am Montag die Uni losgegangen und obwohl es teilweise nicht so einfach ist auf englisch mitreden zu können, hatte ich zumindestens in "trade" ein Erfolgserlebnis. Die Frage war easy. "Was bedeutet es, wenn der Preis gegeben ist?" Die Amis hatten alle keine Ahnung und ich hob dann todesmutig meinen Arm und erwähne "price taker" and "perfect competition" und der Prof war total begeistert und ich super happy =)
Was mich überrascht hat, war wie viel man hier für die Uni macht während des Semesters. Eigentlich muss man immer kontinuierlich mitlernen, da ich in 2 Fächern zwischen 4-8 Klausuren während des Semesters habe. Wenn man "readings" machen soll, dann kann man die nächste Stunde nicht mitarbeiten, wenn man dies nicht getan hat.

Leider haben sie hier nicht so eine coole Ausleih-Bib wie wir, sodass man viele Bücher selber kaufen muss. Ich würde soo protestieren als Ami. Man zahlt unendlich hohe Studiengebühren, muss dann für alles Extra-Fees zahlen und kann sich dann noch nicht mal ein Buch ausleihen. Man man man!
Am Donnerstag habe ich meinen Buddy kennen gelernt, ein nettes Mädchen namens Megan.  Freitag hatte eine Australierin Geburtstag und wir haben eine Überraschungsfeier für sie gemacht mit 25 Leuten. 2 weitere Deutsche und ich haben einen Schokokuchen gebacken. Sie war überglücklich und wir hatten einen tollen Abend. Leider schließt hier alles bereits um 2 Uhr nachts.

Gestern hatten wir ein tolles Abendessen mit 2 Indern, einem Japaner (MIMI), einem Singapurianer, einer Kanadierin (JULIA) und 2 weiteren Deutschen. Es gab eine superleckere Gemüse-Reis-Pfanne mit Fleisch und alle meinten, dass sie sowas auch öfters zu Hause essen würden. Zum Nachtisch gab es dann noch Brownies.






Ansonsten bin ich heute Abend zum Sonntagsdinner bei meiner "Gastfamilie" eingeladen, was bestimmt auch sehr nett wird. Nun noch ein paar Abschiedseindrücke von Tucson und meinem Leben.



Freitag, 24. August 2012

Sind wir hier etwa in Frankreich!?!


Ein Hauch von Lavendel wehte uns am meditarranen Hafen um's Näschen und begleitet von süßen französischen Floskeln der leicht bekleideten Einheimischen schlenderten wir an un-englischen Straßennamen Crêperien und Cafés vorbei - aber Moment mal, sind wir hier etwa in Frankreich?!

Très francais hier im hohen Norden. Seit heute Mittag sind wir in der kanadischen Provinz Québec und verbrachten erstaunlich europäische Stunden in Montréal.
Paris, oder was? - Notre Dame de Montréal

Aber lasst uns vorne beginnen.
Um's kurz zu machen: die Niagara Fälle sind der HAMMER. Ihr müsst euch vorstellen, dass wir circa einen guten Meter vom Abgrund entfernt - hinter einem lächerlich klapprigen Zäunchen - standen und vor lauter Wasserdampf und Rauschen kaum sehen und hören konnten. Es war der Wahnsinn. Wir waren mit Peter aus Polen, unserem Couch Surfer Kollegen unterwegs, der ein Auto gemietet hatte (was extrem billig war). Eigentlich dachten wir aber, dass rund um die Niagara Fälle eine Art "Natur" bestehen würde, aber falsch gedacht. Wir sind schließlich in Canada/USA, und es gab natürlich ein kleines Las Vegas direkt bei den Fällen. Casinos, Leuchtreklame, Karussels, Geisterbahnen, HotDog Stände - das volle Programm! Aber wie gesagt, die Fälle an sich sind toll.
Sonne pur - und der weiße Vorhang im Hintergrund macht ganz schön Krach!

ca. 300m von den Fällen entfernt....

Seht ihr - und genau DA gehts AAAABWÄRTS!


Toronto von (ganz schön weit) oben!
An unserem letzten Toronto Tag waren wir dann noch auf dem CN Tower (dem zweithöchsten Turm der Welt, nach Dubai natürlich) und brachen dann auf, um Melissa - Farrahs Schwester - zu treffen, denn die Fricks haben Freunde in Kanada und Melissa ist für 4 Wochen zu Besuch!






Wir hatten die tolle Chance, mit Rick und Judith, dem den Fricks bekannten Ehepaar, zu deren Haus zu kommen und dort zwei unvergesslich kanadische Tage zu verbringen. Das Haus war exakt so, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt (allerdings wurde ich etwas schräg angeschaut, als ich das gesagt habe... ich muss glaub ich besser aufpassen, denn wir sind ja in KANADA und auf gar gar gar keinen Fall in den USA!!): eine Eingangshalle mit riesiger Treppe, dicke Teppiche, ein sehr cooler Kühlschrank, - ach, das ist schwer zu beschreiben, aber ihr wisst, wie ich meine, oder? Auf jeden Fall war es super, mal eine richtig kanadische family und deren lifestyle zu sehen und wir wurden sehr lieb bemuttert! :)
very canadian blockhouse style

Viele liebe Grüße, und ach ja, was uns an Deutschland fehlt: Bäckereien! Angemessene Getränkepreise. Und nicht als Touri aufzufallen....

Alles Liebe senden euch Lukas und Julia

Donnerstag, 23. August 2012

Die Sache mit der Unterkunft

Die einen würden mich naiv und verrückt, die anderen vielleicht eher abenteuerlustig nennen, dass ich – wissend, dass ich kurz vor Mitternacht in Bozeman ankommen würde – mir noch nicht einmal für die erste Nacht eine Unterkunft gesucht hatte.
Das Glück war auf meiner Seite und so konnte ich vom Flughafen aus – bekanntlich ohne Koffer – mit den anderen Internationals zu einem der Dorms on Campus fahren und die erste Nacht dort verbringen.
Am nächsten  Morgen musste ich rechtzeitig auschecken und war von da an voll und ganz auf mich gestellt. Ich hatte kein Handy, kein Internet (der Akku meines Laptop war leer und der Adapter im verschwundenen Koffer) und keine Ahnung wo genau ich war. Ich zog also los mit einer Minikarte von Bozeman auf der Suche nach einem Straßenschild, was gar nicht so leicht war, wie man annehmen mag. Irgendwann wusste ich dann, wo ich mich befand und suchte die nächst beste groß aussehende Straße auf der Karte, in der Hoffnung dort irgendwo Geschäfte zu finden. Es war brütend heiß, mein Backpack wurde zunehmend schwerer, mein Magen knurrte immer lauter. Es ging auf die zwei Uhr zu und ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen. Ich kramte in meinem Handgepäck und fand das Welcome-Package von gestern, das nun für mich zum Survival-Package wurde: Gummibächen, ein Müsliriegel und Salzgebäck. Man beachte hierbei: ich hasse eigentlich Gummibärchen.

mein Survival-Package
Ich war grenzenlos verzweifelt, fluchte aufs dumme Auslandsjahr und auf alles, was damit zusammenhängt.  Wann finde ich was Richtiges zum Essen? Wo ist Julius, meine Mama, mein Papa, mein Bett? Ich schaute mich schon nach einem schönen Baum um, unter dem ich die nächste Nacht schlafen könnte. Mir war einfach nur zum Heulen zumute, ich kann mich nicht erinnern, jemals so verzweifelt gewesen zu sein….

Nach langer Wanderung erreichte ich mit Mühe und Not die lang ersehnte Geschäftszone. Ich fand dort auch einen Telefonshop. Als ich hineinging, muss ich ziemlich fertig ausgesehen haben. Es kamen gleich drei Angestellte auf mich zu und fragten, ob sie mir irgendwie helfen könnten. Sie nahmen mir meinen Backpack ab, gaben mir ein Glas Wasser und wiesen mir einen Sessel zu. Nach kurzem Smalltalk erklärte ich der einen Verkäuferin, dass ich ein Handy bräuchte, mit dem ich möglichst günstig telefonieren könnte. Sie zeigte mir all ihre Angebote und holte noch die Storemanagerin dazu, die mir einen netten Preis anbot. Schnell hatte ich also mein neues Handy und gleichzeitig zwei unglaublich hilfsbereite Amis gefunden. Sie wussten nun auch beide, dass ich gerade „homeless“ war (ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen müsste…) und ich bekam von der Verkäuferin sofort das Angebot, bei ihr und ihrer Familie erst einmal unterzukommen, falls ich nichts mehr finden sollte. Die Storemanagerin gab mir die Nummer von einem guten Freund, der bei sich ein freies Zimmer hat und bestimmt nichts dagegen hätte, wenn ich dort vorläufig schlafen würde. Ich musste versprechen, mich im Laufe des Tages noch mal zu melden und zu sagen, ob ich was gefunden hatte oder nicht.
So verließ ich den Laden mit neuer Hoffnung. Vielleicht musste ich ja doch nicht unter einem Baum schlafen…?!
Kurz darauf hielt ein Auto neben mir und ein Mädchen etwa in meinem Alter fragte mich, ob sie mich irgendwohin mitnehmen könnte? Ich sagte ihr, dass ich leider selber nicht weiß, wo ich hingehe und ihr deswegen auch keinen Ort nennen könne. So lief ich also weiter und beschloss nun endlich den Couchsurfer anzurufen, dessen Nummer ich mir noch im Flughafen von Seattle aus dem Internet notiert hatte.
Ich war nun wirklich mit Glück gesegnet: Das Couchsurfer- Ehepaar Andrew und Lynda – beide nicht viel älter als ich – nahmen mich mit offenen Armen auf und wir verstanden uns von Anhieb super gut. Am nächsten Tag unternahmen wir Verschiedenes und ich lernte ein paar ihrer Freunde kennen.

Auf einer kleinen Wanderung mit dem M für Montana im Hintergrund












Oldtimer-Race auf Main Street
für alle, die den Film „Chitty Chitty Bang Bang“ kennen…
mit Andrew und Lynda vor einem alten BMW
 

       






mein neues Auto, fehlt nur noch der Ami-Führerschein
frozen yogurt in 15 verschiedenen Sorten

 Zwei Nächte blieb ich bei ihnen. Sonntag zog ich dann zu Eric, dem Freund von der Storemanagerin. Ihn hatte ich am Samstag angerufen, ihn gleich kennengelernt und er meinte, ich könnte jeder Zeit bei ihm einziehen. Und nun bin ich hier, habe ein Bett, ein Zimmer und einen Roommate, den ich mir nicht besser hätte aussuchen können. Aus dem „vorläufig“ ist nun ein „fortwährend“ geworden mit meinem Namen am Briefkasten.

mein Roommate ;-)
 Dieses war der zweite Streich
Doch der dritte folgt sogleich

Mittwoch, 22. August 2012

Die Sache mit dem Koffer

Nun kommt auch endlich mal ein Post aus Montana!! ;-))

Total müde schleppe ich mich den Moving Walk vom Flugzeug zum Baggage Claim hoch. Die Wanduhr sagt mir, dass es 11 Uhr abends ist, meine innere Uhr aber sagt mir, dass es schon 7 Uhr morgens des darauffolgenden Tages ist. Ich bin fix und fertig. Sehne mich nach meinem Bett.
So folge ich also den Schildern, die mich direkt zum Ausgang bringen, an dem ich schon von vier Studenten der Uni erwartet werde. Ein „Herzlich Willkommen“, eine Infomappe mit Broschüren über Bozeman und Umgebung und ein kleines Welcome-Package mit ein paar Snacks. Ich denke mir: typisch Amis, die immer mit ihren kleinen Chips- und Gummibärchentüten. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich allerdings noch nicht, dass mir dieses Package einmal das Leben retten würde. 
Es waren schon ein paar andere Internationals angekommen und nun warten wir noch auf eine weitere Maschine. Diese Zeit nutze ich und gehe zum Fließband, um meinen Koffer beim Baggage Claim abzuholen. Neben mir wird es mit der Zeit immer einsamer und vor mir wird das Fließband zunehmend leerer. Irgendwann hat auch der letzte Koffer seinen Besitzer gefunden und das leere Fließband stoppt mit einem lauten Piep.
Wo aber ist mein Koffer??? Das war ja so klar!!
Ich gehe also zum Bodenpersonal und muss allen möglichen Kram angeben, damit sie mir dann auch wirklich MEINEN Koffer bringen.
Noch 48 Stunden werde ich warten müssen, bis ich meinen geliebten Koffer erhalten würde. Gott sei Dank hatte ich für diese Zeit die wichtigsten Dinge in meinem Handgepäck…

Dieses war der erste Streich 
Doch der zweite folgt sogleich